Aktionstag am 26.11.2020 im Bremer Mercedes Werk

Solidarität gewinnt! Transformation fair gestalten!

(30.11.2020) Solidarität gewinnt! Transformation fair gestalten. Unter diesem Motto hat letzte Woche eine bundesweite Aktionswoche an allen Standorten im Daimler Konzern stattgefunden. Ziel der Aktionswoche war es, dem Daimler Vorstand aus jedem Standort ein deutliches Signal der Beschäftigten zu senden. Jede/r einzelne Beschäftigte war aufgerufen, seine Stimme in Form einer persönlich unterschriebenen Postkarte abzugeben, um den Forderungen der IG Metall nach Beschäftigungssicherung und Zukunft der deutschen Standorte Nachdruck zu verleihen.

Die Automobilindustrie befindet sich mitten in der Transformation, einem Prozess großer Veränderungen in der Branche, forciert durch unterschiedliche Treiber. Diese liegen in dem Wechsel hin zu vernetzter und emissionsfreier Mobilität und in der Digitalisierung des Produkts wie auch der Fertigungsprozesse. Diese Herausforderungen haben eine historische Dimension und wie so oft tragen solch tiefgreifende Wandel immer auch das Risiko einer Arbeitsplatzvernichtung in sich.

Zur Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft hat der Daimler Konzern ein standortübergreifendes Einsparprogramm aufgelegt, das den Beschäftigten einen Eigenbeitrag abverlangt. Darüber hinaus ist jeder Standort aufgefordert, einen weiteren zusätzlichen Beitrag zu leisten. Wie dieser am Bremer Standort aussieht, ist noch unklar; die Verhandlungen zu diesem weiteren Einsparprogramm sind noch nicht abgeschlossen. Doch dies alles scheint dem Daimler Vorstand noch nicht ausreichend zu sein. Neben der gerade publik gewordenen Aufkündigung von 40- Stunden-Verträgen durch den Arbeitgeber wird nun auch von Verlagerungen und möglichen Verkäufen gesprochen. Dies verunsichert die Belegschaften im gesamten Konzern nachhaltig.

„Dass das Smart-Werk in Hambach bereits verkauft ist und der Smart nun zukünftig nur noch in China gebaut wird, scheint wohl nur der erste Schritt gewesen zu sein. Denn jetzt ist davon die Rede, dass Daimler nun auch Motoren in China produzieren und um die halbe Welt transportieren will. Ist das der ökologische Fußabdruck des Konzerns? Haben solche Maßnahmen längerfristig eine Zukunft? „Oder geht es einfach nur darum, die Kosten und die Risiken der Transformation in der Automobilindustrie auf die Beschäftigten abzuwälzen und damit tausende von Arbeitsplätzen abzubauen?“, fragt Volker Stahmann, Betriebsbetreuer des Bremer Mercedes Werkes bei der IG Metall Bremen.

Um das zu verhindern fordern IG Metall und Daimler-Betriebsräte den Vorstand auf, über die Zukunft und Themen wie Fertigungstiefe und Investitionsprogramme, Qualifikationsoffensiven sowie Beteiligung in der Bewältigung des Wandels nachzudenken und zu sprechen. „Wir wollen die Herausforderungen aus der Transformation gestalten und die Zukunftsthemen rund um die Mobilität weiterentwickeln. Das geht nur unter Beteiligung und im Schulterschluss mit der Belegschaft – nicht gegen sie“, stellt Volker Stahmann heraus.
Daher beteiligte sich auch das Bremer Mercedes-Werk an der Aktionswoche. Am Donnerstag, den 26.11.2020, um die Mittagszeit wurden die Postkarten zentral auf dem Werksgelände beim Tor 7 vor dem Sitz der Standortleitung in Bremen gesammelt und werden im Rahmen der Aufsichtsratssitzung am 03.12.2020 dem Vorstand der Daimler AG übergeben.



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